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Kurs für fotografische Wahrnehmung / 1. Edition

Wie sehe ich ?

Sehen ist eine  ·  ENTSCHEIDUNG   nicht  ·  ein Reflex

Kein Retreat.
Keine Stilformel.
Eine Schule für den Blick.
1 Praxis
4 Wege
10 Module
100 Steps
These 001

Das Auge ist kein Fenster.
Es ist ein Filter.

Wahrnehmung ist kein neutraler Akt. Jeder Blick ist gefärbt durch Körper, Erinnerung, Erwartung und Angst.

Kernsatz

Nicht die Kamera macht das Bild.

Sehen ist Übung, nicht Reflex. Von der ersten Stille vor dem Auslösen bis zur letzten Entscheidung, welches Bild bleibt. Fotografisches Sehen als Praxis der Aufmerksamkeit.

Module & Steps

Ein Lehrplan als Raster. Jeder Step stellt eine Frage. Jede Frage führt zurück zum Bild.

M00
Sensor Reset
Den ersten Blick verlangsamen.
10 Steps
M01
Field Notes
Wahrnehmen, bevor Sprache beginnt.
10 Steps
M02
Seeing Light
Licht nicht nur messen, sondern lesen.
10 Steps
M03
Concept Seed
Aus Beobachtung eine Bildidee formen.
10 Steps
M04
Rhythm & Sequence
Bilder nicht sammeln, sondern ordnen.
10 Steps
M05
Intimacy
Nähe als fotografische Verantwortung.
10 Steps
M06
Portrait & Identity
Das Gesicht als Maske, Spur und Gegenüber.
10 Steps
M07
Political Body
Der Körper als Bild von Macht und Rolle.
10 Steps
M08
Myth & Ritual
Rituale, Zeichen und kulturelle Tiefenbilder.
10 Steps
M09
Context & Culture
Das Bild als Teil einer Welt.
10 Steps
M10
Curatorial Conscience
Entscheiden, was bleibt.
10 Steps
SEHEN ist · EIN VERB · kein Zustand
Cinematic close-up of a woman’s bare shoulder
BUZZ · № 07 · Rio

Da ist ein Körper. Da ist eine Welt.

Im Satipaṭṭhāna-Sutta steht ein Satz, der mich seit Jahren begleitet: Atthi kāyo ti. „Es ist ein Körper da.” Nicht mein Körper. Nicht dein Körper. Sondern: da ist Körper. Und jemand bemerkt es.

Das ist, glaube ich, der Anfang von allem. Bevor ein Bild entsteht. Bevor es etwas bedeutet. Ein einfaches Bemerken.

Vier Wege

Buddhistische Wahrnehmung nicht als Religion, sondern als Werkzeug: Körper, Empfindung, Geist, Phänomen.

Körper

Kāyānupassanā

Was trägt der Körper in das Bild?

Empfindung

Vedanānupassanā

Was fühle ich, bevor ich urteile?

Geist

Cittānupassanā

Was denkt in mir, wenn ich sehe?

Phänomen

Dhammānupassanā

Was sieht, wenn ich nicht suche?

Kapitel IV · die Form 4 · 10 · 100

Eine Tür, wenn du willst.

Vier Wege durch eine Frage, die sich nicht erschöpft. Zehn Module. Einhundert Schritte. Du kannst eintreten, wo du willst. Du kannst umkehren. Nichts daran ist Pflicht — außer der Aufmerksamkeit.

01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 Wie sehe ich? A B C D
A Der Körper siehtKāyānupassanā
B Was es auslöstVedanānupassanā
C Der Geist, der schautCittānupassanā
D Die Dinge, wie sie sindDhammānupassanā
Manifest · zehn Sätze · ohne Reihenfolge

Eine Schule Schule, die keine sein will.

1 Wir unterrichten nichts. Wir stellen Fragen, die lange brauchen.
2 Es gibt keine Reihenfolge. Du machst sie.
3 Jeder Schritt ist zugleich ein Anfang und ein Umweg.
4 Technik kommt vor. Oder danach. Oder gar nicht.
5 Das Lernen ist keine Leistung. Es ist eine Haltung.
6 Buddha und Kamera — beide sind nur Werkzeuge.
7 Wir feiern das Missverständnis. Es ist oft genauer.
8 Ein Foto zeigt nie, was war. Es zeigt, wer schaute.
9 Der Rest ist Übung.
10 Wenn du den Sinn gefunden hast, leg ihn kurz weg. Vielleicht sieht er dich sonst zuerst.
WIE sehe ich ? und WER ist „ich" (frag nicht mich) frag die Frage selbst hugo ball lacht

Starte mit dem ersten Blick.
Dann erst mit der Kamera.

Beginne mit der Einführung oder öffne direkt den ersten Step. Die Schule des Sehens ist als fortlaufende Praxis gedacht.

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Oder nicht · Oder später · Oder nie