SCHULE DES SEHENS.
BERLIN
Wie
sehe
ich?
1
Frage
10
Module
100
Steps
4
Pfade
Raum für Wahrnehmung, Bewegung, Transformation.
Das Auge lügt.
Die Kamera auch.
Sehen lernen heißt nicht, besser zu fotografieren – es heißt anders wahrzunehmen.
10 MODULE | 100 STEPS
M 00 | Sensor Reset
STEPS 0.01 – 0.10
Vor dem ersten Bild steht das Verlernen. Dieses Modul räumt die Gewohnheitswahrnehmung beiseite – nicht den Sensor der Kamera, sondern den des Sehenden. Der Körper wird kalibriert. Der Atem als erster Filter. Der Blick beginnt bei null.
PFAD 1
KĀYĀNUPASSANĀ – Körperbetrachtung
M 01 | Field Notes
STEPS 1.01 – 1.10
Sehen beginnt im Gehen. Das Feld ist Stadtraum, Natur, Zwischenraum – und immer auch das eigene Bewusstsein. Das Notizbuch der Aufmerksamkeit öffnet sich für das Flüchtige, das Randständige, das Übersehene.
PFAD 2
VEDANĀNUPASSANĀ · Empfindungsbetrachtung
M 02 | Seeing Light
STEPS 2.01 – 2.10
Licht ist nicht Beleuchtung. Es ist Richtung, Qualität, Temperatur – und immer auch Zeit. Dieses Modul schult den Blick für das Unsichtbare: die Textur des Lichts, den Moment zwischen Schatten und Form.
PFAD 1+4
KĀYĀNUPASSANĀ · VEDANĀNUPASSANĀ
M 03 | Concept Seed
STEPS 3.01 – 3.10
Ein Konzept ist kein Plan – es ist ein Same. Aus einer einfachen Idee entfaltet sich eine fotografische Haltung, eine Serie, ein Weltbild. Dieses Modul fragt: Welche Gedanken formen meinen Blick, bevor ich die Kamera hebe?
PFAD 3
CITTĀNUPASSANĀ · Geistbetrachtung
M 04 | Rhythm & Sequence
STEPS 4.01 – 4.10
Bilder denken in Gruppen. Das Einzelbild ist ein Wort – die Serie ein Satz. Dieses Modul untersucht Zeit, Wiederholung und die Dramaturgie des Augenblicks: Was entsteht zwischen den Bildern? Wo ist die Pause?
PFAD 4
DHAMMĀNUPASSANĀ · Phänomenbetrachtung
M 05 | Intimacy
STEPS 5.01 – 5.10
Nähe ist keine Frage des Abstands. Das Modul fordert den ehrlichen Blick – auf das Fremde, das Vertraute, auf sich selbst. Was berührt mich wirklich, bevor die Kamera entscheidet? Vedanā: die Empfindung vor der Bewertung.
PFAD 2
VEDANĀNUPASSANĀ · Empfindungsbetrachtung
M 06 | Portrait & Identity
STEPS 6.01 – 6.10
Das Gesicht ist eine offene Frage. Wer bin ich, wenn ich jemanden fotografiere? Wer ist das Gegenüber, wenn ich ihn ansehe? Porträt als Dialog, als ethische Praxis – und als Spiegel der eigenen Projektionen.
PFAD 3
CITTĀNUPASSANĀ · Geistbetrachtung
M 07 | Political Body
STEPS 7.01 – 7.10
Der Körper ist kein privater Ort. Er trägt Geschichte, Klasse, Macht und Widerstand. Wie sehe ich – und wen lasse ich sehen? Dieses Modul untersucht die politische Dimension des fotografischen Blicks.
PFAD 4
DHAMMĀNUPASSANĀ · Phänomenbetrachtung
M 08 | Myth & Ritual
STEPS 8.01 – 8.10
Fotografie als Beschwörung. Das Modul taucht in kollektive Bilder, archetypische Formen und rituelles Handeln ein. Was macht das Gewöhnliche heilig? Und was bleibt vom Mythos, wenn das Licht darauf fällt?
PFAD 4
DHAMMĀNUPASSANĀ · Phänomenbetrachtung
M 09 | Context & Culture
STEPS 9.01 – 9.10
Ein Bild ist nie unschuldig. Wo es entsteht, wer es macht, für wen – das alles formt das Sehen. Dhammānupassanā: die Phänomene in ihrem Netz aus Kontext, Bedeutung und kultureller Überschreibung betrachten.
PFAD 4
DHAMMĀNUPASSANĀ · Phänomenbetrachtung
M 10 | Curatorial Conscience
STEPS 10.01 – 10.10
Der letzte Blick ist der schwerste. Auswählen, anordnen, verantworten. Was bleibt? Was zeige ich – und was verschweige ich? Dieses Abschlussmodul verbindet Ästhetik mit Haltung und Praxis mit Verantwortung.
SKILLS
SYNTHESE · INTEGRATION · PRAXIS
M 0X | Apparatives Sehen
STEPS X.01 – X.10
Die Kamera ist nicht neutral. Blende, Zeit, Format, Sensor – technische Entscheidungen sind Bewusstseinsentscheidungen. Dieses Begleitmodul vertieft die materielle Praxis hinter dem Apparat: als Werkzeug, als Haltung, als philosophisches Objekt.
SKILLS
TECHNIK · PRAXIS · INSTRUMENT
KERNGEDANKE
Nicht die Kamera macht das Bild.
Sehen ist Übung, nicht Reflex. Von der ersten Stille vor dem Auslösen bis zur letzten Entscheidung, welches Bild bleibt. Fotografisches Sehen als Praxis der Aufmerksamkeit.
Pfad 1
Kāyānupassanā
Körperbetrachtung — Präsenz vor dem Auslöser. Der Atem als erster Filter.
Pfad 2
Vedanānupassanā
Empfindungsbetrachtung — Was fühle ich, bevor ich urteile?
Pfad 3
Cittānupassanā
Geistbetrachtung — Was denkt in mir, wenn ich sehe?
Pfad 4
Dhammānupassanā
Phänomenbetrachtung — Was sieht, wenn ich nicht suche?
Sehen
ist eine
Entscheidung.
Zehn Module. Hundert Steps. Ein Apparat, ein Körper, ein Blick. „Wie sehe ich?“ Vielleicht hast du diese Frage schon lange.
Hier beginnt die Antwort – nicht als Wissen, sondern als Weg.